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Aktuell

Statistisches Bundesamt veröffentlicht vorläufige Erntemengen für Spargel und Erdbeeren 2023

Politische Rahmenbedingungen bremsen regionale Produktion aus

Bruchsal, 20. Juli 2023. Laut der vorläufigen Erhebung der Spargel- und Erdbeererntemengen in Deutschland durch das Statistische Bundesamt werden Ernterückgänge für Spargel um 4 Prozent und für Erdbeeren um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Erntemengen von 2017 bis 2022 fiel die Erdbeerernte 2023 gar um 23 Prozent niedriger aus, bei Spargel um 15 Prozent.

Sprunghafte Mindestlohnsteigerung und hohe Produktionskosten lassen Ernte schrumpfen

Gründe sind hierfür zum einen der Flächenrückgang (Spargel: -4 Prozent zu 2022, Freilanderdbeeren: -7 Prozent zu 2022) und auch das kühle Frühjahr, das die Ernte verzögerte, aber ebenso die sprunghafte Erhöhung des Mindestlohns, die wiederum eine weitere Lohnkostenerhöhung für die anderen Lohngruppen nach sich zog. Erdbeerbetriebe nahmen die Freilandflächen zurück und waren aufgrund der stark gestiegenen Produktionskosten zurückhaltend angesichts der Investitionen in Erdbeertunnel. Spargelproduzenten nahmen Flächen, die aufgrund der hohen Erntekosten früher unrentabel wurden, aus der Ernte und setzten auf Junganlagen, die aber erst in zwei bis drei Jahren beerntet werden können.


Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE), erklärt: „Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen es deutlich:  Die politischen Maßnahmen wie die sprunghafte Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro haben die Betriebe massiv unter Druck gesetzt und zu einer Verringerung der regionalen Produktion von Erdbeeren und Spargel geführt. Die Betriebe konnten die stark gestiegenen Lohn- und Produktionskosten nicht komplett auf die Verbraucherpreise umlegen, da hohe Preise die Nachfrage verringert hätten. Gleichzeitig mussten sie die Preise durch eine Angebotsverknappung durch Ernteflächenreduktion stabilisieren. Das ist ihnen aber auch nur mit viel Glück durch das gleichmäßige Wetter gelungen, da es nicht schon im April und Mai sommerlich wurde, und es so zu keinen großen Mengen an gleichzeitig reifenden Erdbeeren oder schnell sprießendem Spargel kam. Trotz der besseren Umsätze werden die Gewinne jedoch durch die deutlich höheren Lohn- und Produktionskosten so reduziert, dass am Schluss nicht mehr viel dabei herauskommt.“

VSSE fordert verlässlichen rechtlichen Rahmen für kurzfristige, sozialversicherungsfreie Beschäftigung

Trotz der von der Mindestlohnkommission vorgeschlagenen Mindestlohnerhöhungen von 12 Euro auf 12,41 Euro zum 1. Januar 2024 und auf 12,82 Euro zum 1. Januar 2025, reißen die Diskussionen über eine Erhöhung des Mindestlohns auf 14 Euro nicht ab, was einer weiteren Steigerung von rund 17 Prozent zum aktuellen Mindestlohn entspräche.

Deswegen fordert Simon Schumacher: „Die Politik muss den rechtlichen Rahmen so setzen, dass die inländische Produktion von handarbeitsintensivem Gemüse und Obst weiterhin möglich ist. Dazu gehören zum einen keine weiteren Eingriffe in die Arbeit der Mindestlohnkommission, zum anderen eine verlässliche und unbürokratische Handhabung für die kurzfristige, sozialversicherungsfreie Beschäftigung von Saisonarbeitskräften aus dem Ausland. Die Betriebe können sich aktuell nicht auf die vorangegangenen Prüfungsergebnisse der deutschen Rentenversicherung verlassen, und je nach Prüfer bzw. Prüferin kann es zu komplett unterschiedlicher Bewertung kommen, die zu hohen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen führen können, die mitunter existenzbedrohend sind.“


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Bilanz zur Erdbeersaison 2023 in Süddeutschland

Aromatische Erdbeersaison mit etwas weniger Erntemenge und überwiegend stabilen Preisen

Bruchsal, 26. Juni 2023. Einem zögerlichen Saisonstart durch kühle und bewölkte Frühlingstage folgten viele sonnige Wochen mit kühlen Nächten und erst seit einer Woche mit wärmeren Nächten. Die große Trockenheit der vergangenen Wochen war für Erdbeererzeuger dank innovativer Bewässerungstechnik über Tropfschläuche und das Halten der Feuchtigkeit im Boden durch Mulchfolien auf den Erdbeerdämmen kein größeres Problem. Nach dem aktuellen Informationsstand haben die Unwetter der letzten Tage zu lokalen Schäden geführt, aber in Süddeutschland wegen der fortgeschrittenen Erdbeerernte zu keinen großen Schäden geführt.

„Wir sind mit dieses Erdbeersaison zufrieden. Geschmacklich waren die Erdbeeren durch die langsame Reife und optimale Bewässerung besonders aromatisch. Die Preise blieben überwiegend stabil, was auch an der etwas geringeren Erntemenge liegt. Es gab kaum Übermengen am Markt“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE)

Sehr gute Fruchtqualität, etwas weniger Erntemengen, stabile Preise

Eine gute Verfügbarkeit an Erntehelfer und Erntehelferinnen, eine lange Schönwetterphase, sehr geschmackvolle Erdbeeren, ein gutes Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie stabile Preise machten die Erdbeersaison 2023 aus.

„Diese Erdbeersaison ist überwiegend gut durchgelaufen mit nach und nach gereiften Erdbeeren in guter Qualität ohne nennenswerte Wetterkapriolen, Übermengen und Preisabstürzen. Auch gab es ausreichend Erntehelfer und Erntehelferinnen. Bereits nach der letzten Saison haben die Erzeuger noch viel investiert, um beispielsweise das Rankenschneiden oder das Putzen der Erdbeerpflanzen zu mechanisieren und langfristig so die Produktionskosten zu senken. Die Erdbeerernte an sich bleibt aber Handernte. Die Direktvermarktung lief oft besser als erwartet, was die Wertschätzung der regionalen Produktion zeigt“, erklärt Christian Wach, Erdbeeranbauberater für Süddeutschland, insbesondere Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

„Viele hessische Betriebe haben nach dem vergangenen Wochenende mit der Erdbeerernte aufgehört. Nur vereinzelte Erzeuger ernten nun noch Spätsorten und Remontierer. Es war ein guter Zeitpunkt, aus der Ernte auszusteigen, da es bei dem schwül-warmen Wetter schwierig ist, gute Qualitäten zu erzeugen. Deswegen gingen auch schon im Lebensmitteleinzelhandel die Preise etwas nach unten“, bilanziert Katrin Hetebrügge, Erdbeeranbauberaterin in Südhessen.

„Die Stimmung ist bei den Erdbeererzeugern ganz gut. Die Tunnelernte und frühe Ernte im Freiland sind gut gelaufen. Jetzt gehen die Erntemengen deutlich zurück. Insgesamt gab es etwas weniger Erdbeeren als im Vorjahr. Die Erdbeerhauptsaison geht bei uns noch bis Mitte Juli“, resümiert Ludger Linnemannstöns, Erdbeeranbauberater in Nordrhein-Westfalen.

Gestiegene Produktionskosten führen zu höherem durchschnittlichem Verbraucherpreis

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und der GfK haben Privathaushalte in Deutschland bis Ende Mai 2023 rund 20 Prozent weniger deutsche Erdbeeren eingekauft als im selben Zeitraum 2022, was an den kühlen Witterungsbedingungen lag. „2022 war ein frühes Jahr und die Angebotsmenge war im Mai 2022 hoch. Im Gegensatz dazu war das Frühjahr 2023 kühl mit einer zögerlichen Mengenentwicklung“, betont Eva Würtenberger, AMI-Erdbeermarkt-Expertin. Laut AMI wird das langjährige Mittel der Jahre 2017 bis 2022 nur knapp (-10 Prozent) verfehlt. Für Juni liegen noch keine Zahlen vor.

Aufgrund der gestiegenen Produktionskosten lag der durchschnittliche Verbraucherpreis für deutsche Erdbeeren im Mittel über alle Einkaufsstätten hinweg von Januar bis Ende Mai um knapp 15 Prozent über dem des Vorjahres. Im Gegensatz zu letzter Saison bekannte sich der Lebensmitteleinzelhandel stärker zu heimischen Erdbeeren. Ein Discounter hatte ab dem 15. Mai nur noch deutsche Erdbeeren in den Regalen.
Auch in diesem Jahr nutzten Erdbeerfans die Selbstpflückangebote der Erdbeererzeuger gut. Häufig mussten diese Selbstpflückfelder schließen, da sie leer gepflückt waren.

Im Norden geht die Saison noch weiter

„Wir sind gerade mitten in der Saison. Der Abverkauf ist zügig. Gerade sind die Qualitäten am Markt sehr unterschiedlich, was sich negativ auf die Preise auswirkt, aber gute Qualitäten werden nach wie vor gut bezahlt. Wir hoffen, dass sich die Preise wieder nach oben korrigieren“, erklärt Tilman Keller, Erdbeeranbauberater für Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Erdbeersaison verlängern

Wer jetzt noch Erdbeermarmelade kochen möchte, sollte in den nächsten Tagen noch Erdbeeren besorgen. Man kann übrigens auch Erdbeeren einfrieren und als Eiswürfel nutzen oder für Erdbeereis verwenden.
Die Erdbeerhauptsaison endet in Süddeutschland Mitte Juli, danach geht die Saison noch mit Erdbeerpflanzen von Remontierern, so genannte wiedertragende Pflanzen, weiter.
Wissenswertes rund um Erdbeeren sind unter www.facebook.com/erdbeerenvonhier und www.instagram.com/erdbeerenvonhier zu finden.

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Abschlussbilanz zur Spargelsaison 2023

Intensives Geschmackserlebnis mit guter Nachfrage und stabilen Preisen

Bruchsal, 13. Juni 2023. Witterungsbedingt war das Angebot an Spargel im März und April geringer als üblich, so dass die Einkaufsmengen begrenzt waren. Im Mai und Juni war der Markt ausreichend versorgt. Bei vorsommerlichen Temperaturen griffen Spargelfans wieder beherzt zu heimischem Spargel, der sich in diesem Jahr durch sehr gute Qualitäten auszeichnete.  
„Abgesehen von dem zögerlichen Saisonstart bedingt durch die kühlen Temperaturen und die wenigen Sonnenstunden war die Spargelsaison durch sehr gute Spargelqualitäten, eine gute Nachfrage und stabile Preisen geprägt. Wer das intensive Geschmackserlebnis dieses besonderen Spargeljahrgangs noch auskosten will, sollte jetzt noch zugreifen“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE).

Angebot und Nachfrage passen gut zusammen

„Die Spargelsaison läuft mit nicht so hohen Erntemengen und einer guten Nachfrage gut durch. Die Qualitäten der Spargelstangen sind gut. Insgesamt hat sich alles gut gefügt. Es hat keinen Übermengen und damit keinen Preisverfall gegeben. Die Saison wird am 24. Juni mit geringeren Erntemengen enden “, erklärt Spargelanbauberater Dr. Ludger Aldenhoff.
Auch Ralf Große Dankbar, Spargelanbauberater in Nordrhein-Westfalen, zieht eine positive Bilanz: „Wir sind zufrieden mit der Saison. Angebot und Nachfrage passen gut zusammen. Auch die Nachfrage von Restaurants hat gut geklappt. Alles in allem haben die direktvermarktenden Betriebe eine zufriedenstellende Saison.“

Gute Nachfrage und stabile Preise

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) waren die Verbraucherpreise aufgrund der strategisch niedrig angesetzten Preise zu Saisonbeginn und dem hohen Anteil an Aktionsware, bei der auch die Marge des Lebensmitteleinzelhandels mitunter sehr gering ausfiel, niedriger als im Vorjahr: Für deutschen weißen Spargel gaben die Verbraucher im März durchschnittlich 12,11 €/kg aus, was einem Minus von 8 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im April lagen die Ausgaben bei 10,42 €/kg und damit knapp 0,5 % niedriger als im vergangenen Jahr. „Mit den offiziellen Zahlen für den Mai, die uns leider noch nicht vorliegen, wird sich das Bild voraussichtlich etwas drehen, da sich neben den gestiegenen Erntemengen auch das Niveau auf Verbraucherpreisebene drehte und die Preise etwas über denen der Vorjahre lagen“, erklärt Claudio Gläßer, Spargelmarktexperte bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft.

Tipp: Spargel einfrieren

Wer die Spargelsaison für sich verlängern will oder sie sich wieder in Erinnerung rufen will, der kann Spargel auch einfrieren. Der Spargel sollte direkt nach dem Kauf gewaschen, geschält und dann portionsweise roh eingefroren werden. Bei der Zubereitung muss der Spargel nicht zuerst aufgetaut werden, sondern kann direkt sehr kurz – für etwa drei bis fünf Minuten gekocht werden.
Die Spargelsaison endet offiziell am 24. Juni, dem Johannistag.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE)

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) vertritt die Interessen der Spargel- und Erdbeeranbauer mit dem Schwerpunkt in Süddeutschland. Mit rund 660 Mitgliedern ist der VSSE Deutschlands größter Verband für Spargel- und Erdbeeranbauer.

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Das Chart zu den Spargelpreisen finden Sie hier.

Kontakt:

Simon Schumacher
Vorstandssprecher
Tel.: 0 72 51/30 320 80
schumacher@vsse.de

Isabelle Bohnert
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0 72 51/ 30 321 84
bohnert@vsse.de




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