Spargel
ist eine traditionsreiche Pflanze aus dem Mittelmeerraum und
Vorderasien. Als erstes wurde der auch heute noch verzehrte
Stachelspargel asparagus acutifolius gepflückt und vermarktet. Erst
später kam asparagus officinalis, der wesentlich dickere Stangen
bildet, hinzu. Cato hat etwa 160 vor Christi Geburt in seinem Buch "De
agri cultura" beschrieben, wie man Spargel anbauen muß, damit man ihn
nicht mühsam in der Feldmark zu suchen hat. Die Römer haben diese
Gemüseart sehr geliebt, sonst hätte man sich nicht so intensiv mit
seiner Anbaumethodik befaßt. Auch in den eroberten Provinzen wollten
Leute, die es sich leisten konnten, nicht auf diese Delikatesse
verzichten. So wurde vor kurzem bei Ausgrabungen in Trier ein
Preisschildchen gefunden, das etwa auf das 2. Jahrhundert nach Christi
Geburt datiert wird. Das ist der erste sichere Nachweis für die
Produktion von Spargel in Deutschland. Auch sonst wurde der Spargel im
Altertum noch häufig genannt, bei Agronomen, Medizinern, Köchen oder
selbst bei Dichtern.
Spargelkraut
Das Christentum hielt vom Luxus nicht viel. Darum tauchte der Spargel
im Mittelalter erst sehr spät als Speise wieder auf. Vorher war er vor
allem Heilmittel, harntreibend, Hüftleiden lindernd und verstopfte
Lebern öffnend. Aber sehr bald wurde er an den Höfen größerer und
kleinerer Potentaten als Feingemüse geschätzt. Ludwig der XIV.
verlangte von seinem Koch mitten im Winter ein Menü mit Spargeln.
Schwetzingen ist mit seinem Schloß und seiner Residenz selbst heute
noch ein Begriff für ehemals fürstliche Wünsche nach der Delikatesse
"Spargel".
Die große Expansion des Spargelanbaues begann, als man
im 19. Jahrhundert die Konservendose erfunden hatte. Exakt im Jahre
1861 forderte der Inhaber der ersten kleinen Konservenfabrik in
Braunschweig die Bauern und Gärtner auf Spargel anzubauen. Er
verpflichtete sich jede Menge abzunehmen. Auch der Frischmarkt
profitierte davon und der sogenannte kleine Mann wurde in die Lage
versetzt, Spargel zu kaufen, weil die Mengen stiegen und die Preise
sanken.
Die Spargelfrucht ist ungenießbar aber dekorativ
Spargel und Gesundheit
Wir
kennen Bleichspargel und Grünspargel. So lange die Triebe unterirdisch
wachsen, bleiben sie weiß, sobald sie ans Tageslicht kommen, ergrünen
sie. Das kann bei ein und derselben Pflanze geschehen. Spargel ist
kalorienarm und hat viele Ballaststoffe, die für die Verdauung dringend
benötigt werden. 100 g Spargel enthalten nur 17 kcal. Trotzdem ist er
reich an Kohlenhydraten, Mineralstoffen wie Phosphor, Kalium, Kalzium,
Natrium und Eisen. Er enthält auch Vitamine, wie das für die Augen
wichtige Vitamin A, dann eine Reihe Vitamine aus dem B-Komplex und
selbst Vitamin C (21 mg/100 g). Letzteres vor allem in den
Spargelspitzen. Wenn man ein Pfund Spargel ißt, hat man den Tagesbedarf
an Vitamin C gedeckt. Vitaminreicher ist natürlich der grüne Spargel,
da er bereits assimiliert hat. Schließlich befinden sich in dem Gewebe
noch schwefelhaltige ätherische Öle, einen stark riechenden Stoff, der
Merkapthan heißt und für den typischen Geschmack verantwortlich ist.
Wer
sich gerne gesund ernähren möchte, sollte Spargel essen, was bei dem
hervorragenden Geschmack sicher nicht schwer fällt. Er ist für
Diabetiker eine hochwertige Kost, er regt den Stoffwechsel an, wie man
leicht an einer gesteigerten Harnausscheidung erkennen kann. Dabei
werden Schlacken- und Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt, das Blut
gereinigt und die Funktion vieler Organe wie Leber, Nieren und Lunge
gefördert. Ärzte warnen allerdings vor einem übermäßigen Spargelgenuß,
wenn man zu Nierensteinen neigt.
Die
deutsche Produktion beginnt in Süddeutschland unter Folien manchmal
Ende März sonst Anfang bis Mitte April, in Norddeutschland etwa zwei
bis drei Wochen später, und schließt Ende Juni. Dann müssen die
Pflanzen wieder regenerieren, damit sie im folgenden Jahr erneut
beerntet werden können. Einheimische Produkte werden von unseren
Konsumenten gerne gekauft. Sie haben den Vorteil des kurzen
Transportweges. Das ist auch der Grund, weswegen viele Verbraucher
direkt zum Erzeuger gehen und sich dort ihren Spargel holen. Aber auch
der Absatz über die Zentralmärkte ist heute so ausgefeilt, daß die
Geschäfte bereits nach kurzer Zeit mit Ware beliefert sein können.
Von
der Fläche her werden mehr als 30 % des gesamtdeutschen Anbaues in Süddeutschland, das umfaßt die Länder Hessen, Baden-Württemberg,
Rheinland-Pfalz und Bayern, produziert. Aber auch Norddeutschland hat
in den vergangenen 10 Jahren seine Spargelplantagen erheblich
ausgedehnt.
Die ersten größeren Importe im Februar kommen aus
Griechenland und Spanien, dann folgt Südfrankreich bis schließlich
Mitteleuropa im April an der Reihe ist. So kann der Konsument fast ein
halbes Jahr mit Spargel versorgt werden.
Spargel ein Genuß
Beim
Kauf achten Sie auf Frische. Wenn Sie nach Hause kommen und Ihren
Spargel nicht gleich essen wollen, wickeln Sie ihn in ein feuchtes Tuch
und legen Sie ihn in Ihren Kühlschrank in das Gemüsefach. Dort bliebt
er einige Tage frisch. Dennoch gleich gegessen, schmeckt am besten.
Der
Geschmack des Spargels ist mild, was auf seinen Zuckergehalt
zurückzuführen ist. Manche Partien haben einen leichten Bitterton. Wenn
man den Spargel mit anderen Produkten zubereitet, gibt es viele
Kombinationen. Je nach Geschmacksrichtung bevorzugt der eine einen
kräftige Gegenkomponente wie geräuchter Schinken oder Räucherlachs und
der andere zarte Beilagen wie gekochter Schinken. Ein Spargelmenü ist
etwas besonderes, deshalb sollte man auch ein Glas Wein dazu trinken.
Milde Speisen verlangen einen milderen Wein. Geeignet sind halbtrockene
Weine oder Kabinettweine.
Beim Zubereiten wird von guten Köchen
empfohlen, in das Kochwasser etwas Salz und ein Stückchen Butter hinein
zugeben. Der Spargel wird dann in sprudelndes Wasser getan und dort je
nach Stangenstärke acht bis 12 Minuten gekocht.