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Ohne Folie keinen Spargel

Spargelfolien: Vorteile für Verbraucher

Frische Stangen von bester Qualität: Mit Folien können die Anbauer die Temperatur im Spargeldamm optimal und gleichmäßig steuern. Der Stress der Pflanzen nimmt ab und die Stangen verholzen weniger. Dadurch schmeckt der Spargel besser und sieht besser aus. Außerdem gelangt die heimische Ware frisch zum Verbraucher – je frischer pflanzliche Produkte sind, desto höher ist ihr Nährstoffgehalt und intensiver der Geschmack.

Günstiger Preis: Durch den Einsatz von Folien sparen die Anbauer etwa 40 Prozent ihrer Produktionskosten. Zudem führt die Spargelerzeugung unter Folie zu gleichmäßigen und hohen Erntemengen. Durch geringere Kosten und das große Angebot ist ein niedriger Spargelpreis möglich – insbesondere in der Hauptsaison. Damit ist das edle Gemüse für alle erschwinglich.

Hohe Lebensmittelsicherheit: Die heimischen Anbauer können oft schon Ende März die ersten Stangen stechen. Die Verbraucher hatten schon früh die Wahl zwischen dem heimisch erzeugten Spargel und der schlechter kontrollierbaren Ware aus Übersee oder Südeuropa. Die regionale Erzeugung hochwertiger Lebensmittel stärkt zudem die ländlichen Strukturen – davon profitiert die gesamte Gesellschaft, indem beispielsweise Arbeitsplätze geschaffen und Hofläden Einkaufsmöglichkeiten bieten werden. Außerdem kommen Kunden aus städtischen Gebieten auf das Land und verbinden den Einkauf mit Besuch von Restaurants, oder lokalen Geschäften.

Vorteile für die Spargelanbauer

Verlängerte Erntezeit: Die Spargeldämme nehmen dank der Folien die Sonnenenergie gesteuert auf und durch die transparenten Folien entweicht die Wärme langsamer. So kann die Ernteperiode um bis zu vier Wochen verlängert bzw. „verfrüht“ werden. Ohne die Folien müssen die Erntehelfer zweimal täglich ernten, mit Folien nur einmal – somit reduziert sich die Arbeitszeit und die Lohnkosten sinken.

Sichere und höhere Ernten: In, durch Folien verfrühten Anlagen, können die Anbauer in der gesamten Saison mehr Spargel ernten. 

Durch den Einsatz unterschiedlicher Folien lässt sich das Wachstum der Stangen gezielt steuern:

1. Die schwarze Folienseite erhöht die Temperatur, dadurch steigt die tägliche Erntemenge.

2. Die weiße Folienseite reflektiert die Sonne und senkt die Temperatur, dadurch wachsten die Stangen langsamer.

3. Durch transparente Folien entsteht ein Treibhauseffekt, der die Dämme effektiv erwärmt und die Abkühlung nachts vermindert.

Bessere Qualität: Unter Folie gewachsener Spargel verfärbt sich nicht, verholzt weniger, ist seltener bitter und hat eine gleichmäßigere Dicke. Die Anbauer können mit diesen Stangen höhere Preise erzielen.

Gute Arbeitsbedingungen: Auch für die Erntehelfer ist der Folieneinsatz vorteilhaft. Die Dämme bleiben locker, sodass das Aufgraben und Ernten körperlich leichter ist. Wirtschaftlich ist eine Produktion ohne Folie in Deutschland kaum möglich.

Regionale Naturschutzaspekte: Mehr Schutz für Tiere: Durch den Folieneinsatz blühen die Spargelpflanzen früher. Die Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Wildinsekten und Honigbienen. Des Weiteren beginnt der oberirdische Austrieb der Pflanzen schon ab Mitte Mai und Insekten – wie Spinnen, Schlupfwespen und Laufkäfer – können die Spargelanlagen früher als Lebensraum nutzen.

Weniger Bodenabtrag durch Wind: Durch die Abdeckung mit Folien wird etwa die Hälfte weniger Boden durch Wind von den Dämmen abgetragen.

Weniger Pflanzenschutzmittel: Die Folien verhindern das Wachstum von Unkräutern auf den Dämmen. Folglich müssen weniger Herbizide ausgebracht werden.

Globale Auswirkungen: Verminderter Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß: Wenn kein heimischer Spargel verfügbar ist, greifen die Verbraucher im März und Anfang April zu Importware. Für 1 kg deutschen Spargel wird 1 kg CO2 ausgestoßen. Für Importware per Flugzeug aus Südamerika liegt der Wert schon bei 12 kg CO2 pro kg. Der etwa dreiwöchige Schifftransport aus Südamerika verursacht eine dreifach höhere CO2-Bilanz.

Kleinerer Wasser-Fußabdruck: Der Wasserbedarf beim Obst- und Gemüseanbau ist in Südamerika oder Südeuropa deutlich höher als bei uns. Beispielsweise wird für die Produktion von Spargel in Peru 40 Prozent mehr Wasser benötigt als in Mitteleuropa. Außerdem lässt die intensive Wassernutzung in den Spargelexportländern die Grundwasserspiegel dramatisch sinken. Die Verlängerung der hiesigen Saison verringert die Importe aus trockenen Gebieten und führt zu einer globalen Wassereinsparung.

Keine Einsparung von Folien: In Südeuropa und Südamerika ist der Einsatz von Folien ähnlich wie in Deutschland notwendig. Beim Kauf von Importware werden keine Ressourcen eingespart.

Recycling der Folien: Die lebensmittelechten Folien sind ein wertvoller Rohstoff. Daher wird die gebrauchte Folie recycelt und beispielsweise zu Müllsäcken verarbeitet. In Deutschland regeln Qualiätssicherungssysteme und gesetzliche Regelungen flächendeckend die Entsorgung der Folien. Die schwarz-weißen Spargelfolien können acht bis zu 12 Jahre auf einem Feld wiederverwendet werden. Daher fällt wenig gebrauchte Folie an.

Folie im Erdbeeranbau

Vorteile für Verbraucher:

Mehr Genusszeit: Durch den Einsatz von Folien können die Verbraucher bereits im April erste heimische Erdbeeren kaufen. Früchte aus der Region sind folglich länger erhältlich.    

Bessere Haltbarkeit: Unter Folien gewachsene Erdbeeren können nicht durch Regen oder Sonnenbrand geschädigt werden und sind dadurch nach dem Kauf länger haltbar. Sogar in verregneten Zeiten sind die Früchte immer in bester Qualität verfügbar. 

Günstiger Preis: Dank dem Anbau unter Folien können die Anbauer mehr Erdbeeren ernten und die Erntekosten sind aufgrund verbesserter Arbeitsbedingungen geringer. Beides führt dazu, dass sich die Verbraucher über niedrigere Preise für die leckeren Früchte freuen können. 

Hohe Lebensmittelsicherheit: Durch den frühen Start der heimischen Erdbeerzeit müssen die Verbraucher nicht zu Importware greifen. Importiere Erdbeeren sind häufiger mit Rückstände von Pflanzenschutzmitteln belastet, werden seltenerer auf ihre Qualität kontrolliert und sind auch ökologisch betrachtet deutlich nachteiliger. 

Vorteile für die Erdbeeranbauer

Mulchfolien: Es werden hauptsächlich zwei Arten von Mulchfolien in der Erdbeerproduktion zum Bedecken des Bodens verwendet: Zum einen sehr dünne, lebensmittelechte PE (Polyethylen)-Folien und zum anderen robuste, mehrere Jahre nutzbare „Bändchengewebe“. 

Weniger Pflanzenschutzmittel: Unkraut kann unter den Folien nicht wachsen, so nimmt die mechanische und chemische Unkrautbekämpfung ab. Auch vor Pilzsporen im Boden werden die Pflanzen und ihre Früchte durch die Folien geschützt und müssen deutlich seltener mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. 

Schonung des Grundwassers: Unter den Folien Wasser bleibt es gleichmäßig feucht, wodurch die Anbauer ihre Erdbeerpflanzen weniger bewässern müssen. 

Bessere Ernten: Die Bodenerwärmung durch die Folien verbessert die Bodenaktivität und steigert dadurch das Pflanzenwachstum und den Flächenertrag. 

Saubere Früchte: Die Mulchfolien verhindern ein Verschmutzen der Erdbeeren mit Boden. Bodennahe Abdeckungen durch Fliese:

Guter Frostschutz: Fließe (aus Polypropylen) schützen die Erdbeerpflanzen und die empfindlichen Blüten wirksam vor Frostschäden, es sind keine Heizungsanlagen in Gewächshäusern oder Tunneln nötig. 

Verfrühungstunnel (Hochtunnel): 

Einsatz von nützlichen Insekten: In den Tunneln können Nützlinge für den Pflanzenschutz und zur Bestäubung der Blüten – wie zum Beispiel Hummeln – gezielt eingesetzt werden.

Gut geschützt: Die Tunnel verhindern Frost- und Hagelschäden.

Weniger Pflanzenschutzmittel: Da die Früchte und Blätter weniger feucht werden, breiten sich in den Tunneln seltener Pilzkrankheiten aus. Die Anbauer können auf viele Fungizide verzichten. Außerdem bewirkt die Verfrühung, dass Schädlinge (insb. Kirschessigfliege), die später im Jahr auftreten, die Früchte nicht befallen können.

Geplante Reife: Durch die große Unabhängigkeit vom Wetter können die Anbauer den Reifezeitpunkt  und die Ernte der Erdbeeren in den Tunneln exakter steuern. So können sie beispielsweise späte Ernten besser terminieren, das entlastet den Markt in der Hauptsaison. 

Größere Ernten: Die Erdbeerpflanzen in Tunneln sind insgesamt gesünder und liefern mehr Früchte.

Höhere Preise: Zu Beginn der Erdbeerzeit gibt es noch kein Überangebot auf dem Markt. Früh erzeugte Früchte aus dem Tunnel können bessere Preise erzielen.

Leichtere Arbeit für Erntehelfer: In Folientunneln sind die Erntehelfer vor widrigen Wetterverhältnissen geschützt. Außerdem müssen sie sich weniger bücken, da die Früchte meist auf Erddämmen angebaut wachsen.

Erhöhte Kundenzufriedenheit: Durch die verbesserte Fruchtqualität und Haltbarkeit verringern sich die Beanstandungen des Handels und der Kunden. 

Lokale Naturschutzaspekte

Weniger Pflanzenschutzmittel (siehe oben): Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insbesondere gegen Pilze sinkt. Besonders hervorzuheben ist: Wenn Pflanzenschutzmittel doch eingesetzt werden müssen, können diese durch den Wind nicht auf „Nichtzielorganismen“ außerhalb der Tunnel verweht werden.

Mehr Landschaftsschutz: Die Erdbeerträge aus Folientunneln liegen mitunter doppelt so hoch, wie bei der Freilandproduktion. Daher entlastet die intensive Produktion unter Folie die Landschaft und Umwelt in der Umgebung, indem die Produktion auf den umgebenden Flächen nicht ausgeweitet werden muss. 

Keine Wasser- und Winderosion: Durch die Tunnel wird kein Boden durch Wind und Wasser abgetragen. 

Globale Auswirkungen

Verminderter Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß: Für heimisch erzeugte Erdbeeren wird etwa ein Drittel weniger CO2 verbraucht als bei importierten Früchten, ihre Klimabilanz ist somit deutlich positiver.

Kleinerer Wasser-Fußabdruck: Der Wasserbedarf für den Erdbeeranbau ist aufgrund der hohen Temperaturen in Südeuropa, Südamerika und Nordafrika deutlich höher als bei uns. Zudem ist in diesen Klimazonen sehr wenig Wasser verfügbar. Daher werden beispielsweise in Spanien unzählige, illegale Brunnen zur Bewässerung gebohrt, die den Grundwasserspiegel sinken lassen. Die Natur in Südeuropa leidet stark unter den Produktionsverfahren, beispielsweise trocknen Brutareale von Zug- und Wasservögeln in spanischen Naturschutzgebieten aus. 

Weniger Importe: Die frühere Verfügbarkeit heimischer Früchte durch den Einsatz von Folien lässt die Erdbeerimporte tendenziell sinken und schont damit global gesehen die Umwelt. 

Folien werden recycelt: Die PE (Polyethylen)-Folien sind lebensmittelecht und ein wertvolles Ausgangsmaterial für Gegenstände aus Kunststoff – das reduziert den Rohölverbrauch zur Kunststoffproduktion.